Am 16. April stellte sich eine Abordnung der Maturaklassen der Herausforderung, die gewohnten Wege rund um das Schulgebäude und im benachbarten Einkaufszentrum einmal im Rollstuhl zurückzulegen.
Nach einer Einführung durch unseren Referenten Josef Riegler, der seit ca. 20 Jahren aufgrund einer inkompletten Querschnittslähmung im Rollstuhl sitzt, wagten sich die Schülerinnen über Gehsteigkanten, Kreuzungen und in Aufzüge und Geschäfte im Einkaufszentrum. Inkludiert waren viele spannende Erfahrungen und Erlebnisse, die Blicke der Passant*innen, das Erleben von „ich kann es allein“ oder „ich muss um Hilfe fragen“ – bis hin zum einseitigen Oberarm-Muskelkater, weil jeder Gehsteig in eine Richtung hängt, was uns zu Fuß überhaupt nicht auffällt.
Sehr bewegend und interessant waren auch die Schilderungen unseres Referenten, wie er seinen „ganz normalen Alltag“ voll integriert im Heimatort verbringt, und wie er im Tennissport sein zweites Leben gefunden hat: viele Stunden Training pro Woche, oftmaliger österreichischer Staatsmeister im Einzel und Doppel, zweimal Teilnahme an den paraolympischen Spielen! Er erzählte uns von vielen Erfolgen und der Möglichkeit, auch als Rollstuhlfahrer auf Flugreise zu gehen, aber auch von hartnäckigem Mitleid von Angehörigen oder von der mühsamen und doch wertvollen Rehabilitation am Weißen Hof nach seinem Arbeitsunfall.
Der Vormittag verging wie im Flug, und unsere Maturantinnen waren sehr dankbar für diese wertvollen Erfahrungen sowie für die Tipps fürs Rollstuhlhandling, die sie zukünftig für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen einsetzen können.
Ein großes Dankeschön an unseren Referenten Josef Riegler sowie an das Sanitätshaus Sanos in Person von Frau Matzenberger, die uns wie jedes Jahr eine Wagenladung voller Rollstühle kostenlos für dieses Projekt organisiert hat – vielen herzlichen Dank!
Mag. Bernadette Atschreiter





